1. Lehren und Lernen

1.1 Bildungs- und Lehraufgaben unter Berücksichtigung der  

       Interessen und Begabungen der Schüler

      

Ziele:
Individuelle kognitive, affektive und kreative Fähigkeiten sollen durch einen Unterricht, der selbstständiges, ganzheitliches und forschendes Lernen unterstützt, entfaltet werden (1.1.1 und 1.1.5).
Die Auseinandersetzung mit sozialen, gesellschaftlichen und politischen Inhalten soll tolerantes und demokratisches Verhalten anbahnen (1.1.2).
Eine zukunftsweisende Vorbereitung soll die Übernahme von Verantwortung für sich und die Umwelt stärken (1.1.3 und 1.1.4).
Unterrichtsziele und Aufgaben ergeben sich aus dem Lebensalltag der Schülerinnen und Schüler, aus dem Unterricht gemäß den schuleigenen Stoffverteilungsplänen oder aus der Berücksichtigung von Unterrichtsprinzipien. An der Waldschule bieten wir unter besonderer Berücksichtigung der Interessen und Begabungen der Schülerinnen und Schüler ein vielfältiges und modernes Bildungsangebot auf Grundlage der nachfolgend skizzierten Handlungsfelder.

      

1.1.1 Spezifische Fähigkeiten, Interessen und Begabungen aller
          Schülerinnen und Schüler
 

      

Durch einen handlungsorientierten und z.T. auch fächer- bzw. jahrgangsübergreifenden  Unterricht erhält jeder Schüler die Gelegenheit, persönliche Interessen und individuelle Begabungen zu entdecken und zu vertiefen. Dies geschieht in besonderer Weise durch WPKs und AGs. Der Schwerpunkt im Wahlbereich liegt an der Waldschule im musisch-ästhetischen Bereich. Wir bieten Graffiti, Technisches Zeichnen, verschiedene Kunstkurse, Werken, Musik aber auch Informatik, Schülerfirma und Maschineschreiben und Sportkurse an.

      

1.1.2 Soziales Lernen
        
Die Erziehung zu Gemeinschaft beinhaltet weitere Ziele, die an der Waldschule von besonderer Bedeutung sind:

      

a) Hilfsbereitschaft und Sensibilität im Umgang miteinander
• GS-HS-Projekt (s. Anhang 1A)
Schüler der HS-Klassen unterstützen GS-Klassen, z.B. beim Lesen, Diktat üben o. Ä.
• Verankerung der LIONS QUEST Arbeitsweise im Regelunterricht. LIONS QUEST ist ein Programm zur Stärkung der sozialen und kommunikativen Kompetenz, um die Gemeinschaft zu fördern. Das Waldschulkollegium hat an einer entsprechenden Fortbildung teilgenommen (s. ORDNER Lions Quest/s. Anhang 1B).
• Streitschlichter (s. Anhang 1C)
Im Rahmen des Nachmittagsangebots wurden im Schuljahr 2007/08 erstmals Waldschüler von unserer Sozialpädagogin ausgebildet, um Mitschülern vorwiegend in den Pausen bei Konflikten unterstützend und schlichtend zur Seite zu stehen.
• AG Starke Jungs (s. Anhang 1D)
Im Rahmen des Nachmittagsangebots geben Mitarbeiter der RESO-Fabrik Buchholz den SchülerInnen Möglichkeiten an die Hand, ihre Kräfte in sozial verträglichen Bahnen einzusetzen.

      

b)  Durchhaltevermögen – Selbstständigkeit - Organisationsfähigkeit
  Wir nutzen regelmäßig die ersten zwei Schultage jedes Halbjahres zur Arbeit mit dem Konzept „Lernen lernen“, das wir an der Waldschule entwickelt haben, um den SchülerInnen Methodenkompetenz zu vermitteln. Das beginnt in der 2. Klasse mit Tipps für einen aufgeräumten und somit übersichtlichen Arbeitsplatz und reicht bis zu Hinweisen zur Prüfungsvorbereitung für die 9.- und 10.-Klässler. (s. ORDNER Lernen lernen)
      

      

1.1.3 Offenheit für Herausforderungen der Zukunft

      

Zur Vorbereitung auf die Lebens- und Berufswelt wollen wir an der Waldschule moderne Methoden der Informationsbeschaffung und -verarbeitung überall dort einsetzen, wo es sinnvoll erscheint und wo ähnliche Methoden auch in der Praxis verwendet werden.

      

• Internetanschluss in allen GS-Räumen seit Oktober 2008
• Vorbereitung auf die Berufswelt im Fach AW  --> s. Punkt 1.5.2
• Vorbereitung auf die Lebens- und Berufswelt durch den Umgang mit dem PC in 2 PC-Räumen, die mit einem DSL-Internetanschluss ausgestattet sind.
In den Klassen 5 und 6 bilden die fachbezogene Nutzung (erste Texterstellung), die Internetrecherche und das Leseprogramm ANTOLIN --> s. Punkt 1.4    die Schwerpunkte.
        In den Klassen 7 und 8 bildet die Bedienung und Handhabung von WORD den Schwerpunkt.
        In den Klassen 9 und 10 werden die Kenntnisse in WORD vertieft und erste Einblicke in EXCEL und POWERPOINT gegeben.
• Pro Beruf ist ein Konzept zur Verbesserung der Berufsorientierung an Schulen --> s. Punkt 1.5.2

      

1.1.4 Gesundheits- und Umweltbewusstsein und Gesundheitsförderung
        im Schulalltag

      

Spezielle Schwerpunkte der Waldschule aus dem Bereich der Gesundheit sind
• Freizeitsportarten der Jugendlichen im Hinblick auf eine sinnvoll gestaltete Freizeit --> s. Punkt 1.1.1
• Gesunde Ernährung --> s. Punkt 2.2 (s. Anhang 1E)
• Drogenprävention --> s. Punkt 2.2

      

Unsere Schwerpunkte aus dem Bereich Umweltbewusstsein sind --> s. Punkt 2.2

      

1.1.5 Kreative Gestaltungskompetenz

      Das kreative Gestalten ist als ganzheitlicher Prozess zu verstehen und daher fächerübergreifend zu fördern. In vielen Fächern  - nicht nur im Fach Kunst! - bieten sich vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten der persönlichen Kreativität, z.B. durch das Erstellen von Plakaten oder Referaten. Diese wollen wir in besonderer Weise fördern. Wir setzen den Schwerpunkt der WPK daher im musisch-ästhetischen Bereich und versuchen, den Interessen zu entsprechen.

 

1.2 Lehrerhandeln im Unterricht

      

Ziel:
  Durch die Vermittlung von  Sozial- und Selbstkompetenz sowie Methoden- und Handlungskompetenz soll eine positive Lern- und Leistungsatmosphäre geschaffen werden, um zu erreichen, dass sich SchülerInnen und Lehrkräfte in der Waldschule wohlfühlen.

      

Fühlen sich alle SchülerInnen und Mitarbeiter der Waldschule wohl, beeinflusst dies das Leistungsverhalten positiv. Dessen sind sich alle Mitarbeiter der Waldschule bewusst. Wir versuchen, einen Grundkonsens dadurch zu erreichen, dass turnusmäßig Klassen- und Stufenkonferenzen stattfinden. Unterstützend ist hier auch die Teilnahme des Kollegiums an den Schulungen „Erwachsen werden“ von LIONS QUEST und „Intervention in Krisensituationen“ durch BRÜCKENSCHLAG --> s. Punkt 3.1.2.

      

1.2.1 Methoden- und Medieneinsatz

      

An dieser Stelle würde es zu weit führen, alle von uns praktizierten Methoden und vielfältigen Medien aufzulisten.
  Im Zusammenhang mit dem oben genannten Ziel seien aber ausdrücklich die Formen der Wochenplanarbeit, des Stationenlernens und der Gruppenarbeit genannt, die fächerübergreifend in den unterschiedlichsten Konstellationen sowohl in der GS als auch in der HS durchgeführt werden.
  Neben den „herkömmlichen“ Medien, die im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel ständig erweitert bzw. erneuert werden, sei insbesondere die unterrichtliche Einbindung von PC und Internet hervorgehoben. So haben die GS-Klassenräume seit November 2008 einen Internetanschluss, der Anschluss der HS-Räume ist geplant.
  Seit dem Schuljahr 2009/10 verfügt die Waldschule über 3 Whiteboards. Der Computer-Obmann der Waldschule plant eine Einführung in den Umgang mit diesem Medium für das Kollegium.
  Als teilnehmende Schule am N-21 – Programm ist die Waldschule entsprechend ausgerüstet, um einen zeitgemäßen Einsatz dieses Mediums zu gewährleisten.
        Neben der Einbeziehung in den fortlaufenden Unterricht, ANTOLIN und dem Mathe-Piraten, werden in der GS im Rahmen des AG-Angebotes und im HS-Bereich in der Stundentafel verankert gezielt PC Unterweisungen erteilt. An dieser Stelle sei auf das Medienkonzept der Waldschule im Anhang verwiesen.

      

1.2.2 Selbstständiges Lernen, aktive Teilnahme sowie Zusammenarbeit
  und gegenseitige Unterstützung der SchülerInnen
  Selbstständiges Lernen und aktive Teilnahme ist wünschenswert kann aber nicht „verordnet“ werden. Wir können aber Unterrichtssituationen schaffen, die solche Ziele ermöglichen, anstreben und erleichtern.
• Arbeitsformen: Partner- und Gruppenarbeit, Stationslernen, Tages- und Wochenpläne
• Klasseninterne Unternehmungen  (z.T. unter Einbeziehung der Elternschaft): gemeinsames Frühstück, Ausflüge, Lions Quest, gemeinsames Grillen, Lagerfeuer, Laterne laufen, gemeinsames Backen/Basteln etc.
• AG-, Nachmittags- und Wahlpflichtkursangebote
• Klassenübergreifende Unternehmungen: Schulkiosk, die bestehenden Patenschaften zwischen HS und GS, die „Aktive Pause“, das Zirkusprojekt, der Segellehrgang, die „Berufsmesse der Praktikanten“, der Waldschullauf, die Teilnahme am Buchholzer Fahrradtag und Sozialem Tag.
Allein die Tatsache, dass Grund- und HauptschülerInnen in einem Gebäude nebeneinander „leben“ und lernen müssen, fordert beiden Seiten gegenseitige Rücksichtnahme ab. Auch das gemeinsame Mittagessen fordert und fördert soziale Kompetenzen. In diese Richtung wollen wir weiter tätig werden. Durch gemeinsames Handeln und Erleben wächst das Gemeinschaftsgefühl und daraus die Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft.

      

1.2.3 Lernatmosphäre und Lernumgebung
  Unsere Schule ist durch neuere Baumaßnahmen in ihrem äußeren Erscheinungsbild sehr ansprechend geworden. Unsere Aufgabe muss es jetzt sein, aus dem Schulgebäude und dem Schulhof „unsere Schule“ im Sinne unseres Leitbildes Wohlfühlen Wachsen Wissen zu machen.

      

• Die Identifikation mit der Lernumgebung schafft eine positive
  Lernatmosphäre, die Ausgangslage günstiger Lernvoraussetzungen. Hierbei soll auch das fakultative Angebot von T-Shirts und Sweatshirts mit dem Waldschullogo helfen (s. Homepage der Waldschule).
• Einige Kollegen haben sich zur Aufgabe gestellt, den Innenbereich (Flure etc.) planerisch zu gestalten und zu strukturieren. Die tatsächliche Ausgestaltung erfolgt dann in Form der Präsentation unterschiedlichster Unterrichtsergebnisse aus dem GS- und HS-Bereich. (s. Anhang 2A)
• Die Planungsgruppe „Schulhofgestaltung“ konnte im vergangenen Schuljahr in Zusammenarbeit mit dem Schulverein mit der Bemalung des Schulhofes an bereits umgesetzte Projekte anschließen. Die Erweiterung des Spielgerätes auf Schulhof 1 ist in Planung.
• Trainingsraum (s. Anhang 1F): Einen spürbar positiven Einfluss auf die Lernatmosphäre hat die Mitarbeit der Schulsozialpädagogin bewirkt. Durch das sog. Trainingsraum-Modell erhalten die lernwilligen SchülerInnen eine ungestörte Lernvoraussetzung. Andererseits kann dadurch auch dem „Störer“ zeitnah professionell in Zusammenarbeit mit dem Elternhaus bzw. Jugendamt geholfen werden.

      

Die Einbeziehung der SchülerInnen ins Schulleben ist ausbaufähig, bekommt aber evtl. einen weiteren Anschub durch die aktive Teilnahme im Schulvorstand --> s. Punkt 2.3.1       

 

1.3 Leistungsanforderung und -bewertung

      

Ziele:
  Durch Bildung sollen die SchülerInnen zur Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben befähigt werden.

      

Die kontinuierliche Schülerbeobachtung und die objektive Leistungsbewertung sollen auf Grundlage der schuleigenen Stoffverteilungspläne jedem Schüler seinen individuellen Lernstand und Förder- bzw. Forderbedarf aufzeigen.

      

Die Stoffverteilungspläne der Waldschule wurden aufgrund der Bildungsstandards und Kerncurricula in den Fachkonferenzen ausgearbeitet.
  Die kontinuierliche Schülerbeobachtung erfolgt durch Beobachtungsbögen, die alle Fächer sowie das Arbeits- und Sozialverhalten berücksichtigen (s. ORDNER: Dokumentation der individuellen Lernentwicklung, Lernentwicklungshefte für Niedersachsen).
  Lernkontrollen und Leistungsbewertung sind hierbei notwendige Bestandteile des Unterrichts. Sie dienen der Lernstandsanalyse, die Voraussetzung für die Klärung des individuellen Förderbedarfs des einzelnen Schülers ist.
  In den Fachkonferenzen werden Bewertungsgrundsätze und –maßstäbe für schriftliche Arbeiten erarbeitet und vom Schulvorstand entschieden.

 

1.4 Individuelle Förderung

      

Ziel:
  Durch eine kontinuierliche Beobachtung der Lerngruppen in der Grund- und Hauptschule sollen die Lernprozesse, der Lernzuwachs und somit die individuellen Fortschritte eines jeden Schülers erkannt und dokumentiert werden.

      

• Individuelle Förderpläne: Aufgrund der Lernstandsanalyse werden für die einzelnen Kinder individuelle Förderpläne erstellt. So kann im Unterricht, speziell auf jedes Kind abgestimmt, differenziert werden. Dies zeigt sich durch Stationsarbeit, Wochenpläne, verschiedene Arbeitsaufträge und arbeitsteilige Gruppenarbeit.
• Hochbegabten AGs (s. Anhang 1G): Die Waldschule ist Mitglied im Verbund für hochbegabte SchülerInnen. Daher werden speziell für diese Kinder Arbeitsgemeinschaften mit ausgewählten Themen angeboten.
• Antolin (s. Anhang 1H): Das Antolinkonzept ist speziell für die Leseförderung gedacht. Am Computer werden von den Kindern Fragen zu selbst gewählten Büchern beantwortet und Punkte für Urkunden gesammelt.
• Der Mathe-Pirat unterstützt individuell: Der Lehrer kann für jeden Schüler Aufgabenblöcke zusammenstellen. Auf diese Weise kann gefördert und gefordert werden.
• Autogenes Training (s. Anhang 1I): GrundschülerInnen mit Konzentrationsproblemen können bei einer Diplompädagogin das Autogene Training kennen lernen und ausprobieren, um so zu erfahren, wie sie ihre Konzentrations- und Lernfähigkeit steigern können.
• Trainingsraum --> s. Punkt 1.2.3 (s. Anhang 1F)

 

1.5 Außerunterrichtliche Schülerbetreuung

      

Ziel:
  Durch individuelle Beratung soll bei schulischen aber auch privaten Problemen Unterstützung geboten werden.

      

1.5.1    Hilfen bei persönlichen und schulischen Problemen, familiäre Unterstützung in Fragen von Erziehung und Lebensführung und Umgang mit Schulversäumnissen

      

Beim Auftreten von abweichendem Verhalten im Unterricht oder anhaltenden Lernschwierigkeiten, welche durch Lehrer, Eltern oder (Mit-)SchülerInnen thematisiert werden, haben wir an der Waldschule eine feste Vorgehensweise entwickelt (s. Anhang 1J):

      

1. Beschreibung des Problems

      

2. Einholen aller relevanten Informationen

      

3. Auswertung der Informationen

      

4. Beratung: Auswahl der Hilfestellungen

      

5. Begleitung

      

Im Umgang mit Schulversäumnissen (s. Erl. d. MK vom 23.6.1986):

      

1. Es werden die Hintergründe ermittelt, indem Beobachtungen gesammelt und mit allen Beteiligten besprochen und ausgewertet werden. Über die Festlegung einer Maßnahme hinaus findet ein regelmäßiger Austausch aller Beteiligter statt.
  2. Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wird eingeleitet (Ordnungsmaßnahme!) bei Vorsatz/Fahrlässigkeit, da dann eine Verletzung der Schulbesuchspflicht besteht.

      

1.5.2 Schullaufbahnberatung

      

• Ablauf der Schullaufbahnempfehlung für Viertklässler:
  Die Schullaufbahnempfehlung ist geregelt, indem  mehrere, den Vorgaben des  Nds. Kultusmin. entsprechende Termine im Verlauf des 4. Schuljahres Berücksichtigung finden, u.a. Beratungsgespräche mit den Eltern sowie Besuchstage an den weiterführenden Schulen. Nähere Ausführungsbestimmungen liegen den Kollegen vor (s. Anhang 1K)
• Ablauf der Berufswahlberatung in den Klassen 8, 9 und 10:
Pro Beruf ist ein Konzept zur Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit mithilfe des Kursbuchs Berufsorientierung, in dem die schulischen Ziele, Maßnahmen und die Zielüberprüfung systematisch dargestellt werden.
        Die Waldschule hat ein Konzept zur Umsetzung dieses Ziels eingereicht, das zertifiziert und rezertifiziert (2008-11) wurde. (s. Anhang 1L)
• Die Arbeit mit dem Berufswahlpass ab Klasse 8 fördert die systematische Hinführung zur Berufsfindung (s. Anhang 1M).

   

 

 

Informationen zu unserem Erasmus-Projekt und der Schulpartnerschaft mit Finnland erhalten Sie hier.

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Vielen Dank unseren Förderern: